Geschichte der
Maternus – Grundschule
50. Geburtstag unseres Schulgebäudes
Anlässlich des 50. Geburtstages unseres Schulgebäudes sichteten wir die uns vorliegenden und noch sehr gut erhaltenen Schulchroniken, in denen im Laufe der Jahrzehnte einige Schulleitungen in handschriftlicher Form ausführlich die Entwicklungen der Schule auch vor dem Hintergrund gesellschaftlicher, kommunalpolitischer und kollegialer Veränderungen dokumentierten.
Betrachtet man die Entwicklung der Schule in den letzten Jahren, sieht man, wie vielschichtig und schnell sich die Dinge in der Schule verändern. Um auch spätere Generationen an der weiteren Entwicklung unserer Schule teilhaben zu lassen, möchten wir die Chronikdokumentation wieder aufgreifen und besondere Ereignisse regelmäßig in einem Chronikbuch niederschreiben.
Da uns von den letzten Jahren ausschließlich die Festschrift des 25-jährigen Jubiläums sowie Zeitungsartikel über Schulfeste, Theateraufführungen, Schulsanierungen, etc. vorliegen, werden diese zu Beginn unserer Dokumentation in chronologischer Reihenfolge in unsere Chronik aufgenommen. Darüber hinaus hat Frau Blatzheim, Lehrerin an der Maternus-Grundschule seit 10 Jahren, verschiedene uns vorliegende Quellen ausgewertet sowie im Stadtteilarchiv recherchiert und so eine Übersicht zusammengestellt, welche die wichtigsten Stationen der Entwicklung seit 1968 darstellt.
Herzlichen Glückwunsch, Maternus- Grundschule!
(Eva Blatzheim, Sheila Klemusch am 18.08.2014)
Dezember 1959
Die Stadtverwaltung von Köln beschließt den Neubau der Katholischen Volksschule Bülowstraße.
Am 15.12.1959 erhielt die Schulpflegschaft der Katholischen Volksschule Kretzer Straße von der Stadt Köln die Mitteilung, dass in der Bülowstraße auf dem Gelände einer Schrebergartensiedlung eine weitere Volksschule für Nippes gebaut wird. Die Volksschule Kretzer Straße war 1954 mit 12 Klassenräumen teilweise wieder aufgebaut worden. In den 60er Jahren beherbergte sie jedoch 20 Klassen, so dass in drei Schichten unterrichtet werden musste. Die Klassen wurden von durchschnittlich 45-50 Schüler besucht. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, ein neues Schulgebäude für Nippes zu bauen.
Juli 1960
Vorstellung des Entwurfs für den Neubau der Volksschule Nippes „Unsere kleine Stadt“
Am 09.07.1960 stellte der Architekt Prof. Dr. Schwarz seinen Entwurf für die neue Volksschule in Nippes dem Bau- und Schulausschuss vor. Sein Entwurf beruhte auf dem Grundsatz, für die Schüler eine „kleine Stadt“ zu bauen.
Herr Schwarz sah vier Bezirke des Lernens vor:
„Lernen durch Spielen“ (Jahrgang 1-3, eingeschossige Räume)
„Lernen durch Wissen“ (oberen Jahrgänge)
„Lernen durch Können“ (Turnen, Hauswirtschaft, Werken)
„Lernen durch Feiern“ (Aula)
Die Aula, der „Gemeinschaftsraum“ sollte den Mittelpunkt der „kleinen Stadt“ ähnlich einer Dorfkirche bilden. Die anderen Gebäude gruppierten sich um diesen Mittelpunkt. Der Städtecharakter wurde durch unterschiedliche Gebäudehöhen nachempfunden.
1962
Baubeginn der Volksschule Bülowstraße
Der Architekt Rudolf Schwarz verstarb 1961. Der Neubau wurde dann von seiner Frau Maria Schwarz betreut. In der „kleinen Stadt“ sollten insgesamt 24 Klassenräume gebaut werden. Die eingeschossigen Pavillonräumen waren für die unteren Klassen vorgesehen und die dreigeschossigen „Türme“ für die höheren Jahrgänge. Daneben entstand eine Lehrküche, Turn- und Gymnastikhalle, Aula und Werkräume.
Die Baukosten für den Neubau wurden mit 2,8 Millionen DM veranschlagt.
Der damalige Schuldezernent kommentierte den Entwurf mit den Worten: „Die manchmal beobachtete Starre der Schulentwürfe ist hier glücklich aufgebrochen worden.“
09. September 1964
Einzug in die Volksschule Bülowstraße
Die Volksschule Bülowstraße öffnete pünktlich nach den Sommerferien ihre Tore für Nippeser Jungen und Mädchen, die bisher in den Volksschulen Kretzer Straße und in den provisorischen Bauten der Geldernstraße unterrichtet wurden. Der Neubau kostete insgesamt 3,5 Millionen DM.
Erster Schulleiter war Heinrich Schiefer.
9. August 1968
Aus der Volksschule wird eine Grund- und Hauptschule.
Am 9. August 1968 war der erste Schultag der KGS Bülowstraße. Die ehemalige Volksschule wurde nun aufgeteilt in eine katholische Grundschule und eine katholische Hauptschule. Unter der Schulleitung von Karl Heinen besuchten 374 Kinder die neu gegründete Grundschule. Um die bereits zu diesem Zeitpunkt bestehenden Raumprobleme zu beheben, wurden auf dem Schulhof zwei Einheiten „fliegender Klassen“ aufgestellt. Darin erhielt die Grundschule einen Klassenraum.
1970er – 80er Jahre
Die Schule „platzt aus allen Nähten“.
Die Schülerzahlen stiegen in den 70er Jahren kontinuierlich. Besuchten 1968 noch 374 Schüler die Katholische Grundschule so steigerte sich die Zahl 1974¹ auf 541 Schüler. In 16 Klassen wurden durchschnittlich 36 Schüler unterrichtet. Da das Schulgebäude zu wenig Räume besaß, wurden auf dem Gelände der Berufsschule Niehler Kirchweg und auf dem Schulhofgelände Klassen in Containerbauten untergebracht.
¹ Die Schulchronik endet in diesem Jahr. Deshalb sind keine weiteren Zahlen bekannt.
1989
Der Erweiterungsbau der Schule wird geplant.
Ein Erweiterungsbau sollte die Schulen an der Bülowstraße entlasten, deren Klassen teilweise in Containerbauten untergebracht waren. Es wurden zwei Mehrzweckräume und vier Klassenräume für die Grundschule geplant. Die vierzügige Grundschule sollte in Zukunft genügende Platz im Schulgebäude haben.
2001 bis 2005
Der Erweiterungsbau wird errichtet.
Das Schulgebäude wurde im Rahmen der Errichtung des Erweiterungsbau auf Betreiben von Maria Schwarz unter Denkmalschutz gestellt. So blieb die ursprüngliche Bauidee auch im Neubau erhalten.
Aufgrund der Neubaumaßnahmen, der beengten Verhältnisse in den Jahren zuvor und der Unterbringung von Grundschulklassen im Gebäude der Hauptschule, sank die Schülerzahl der Grundschule auf 150 Schüler. Aus diesem Grund erhielt die Grundschule anders als 1998 geplant, lediglich eine neue Küche für die Übermittagsbetreuung.
2005
Umzug in die „neue – alte“ Schule
Im Sommer 2005 bezog die Grundschule neben den zuvor bereits genutzten Pavillonräumen das dreigeschossige Gebäude neben der Turnhalle. Außerdem bekamen die Kinder endlich den großen Schulhof an der Bülowstraße.
Mit einem großen Schulfest und der Versteigerung der von den Kindern gestalteten „Jecken Hühner“, wurde der Einzug in das unrenovierte, alte Schulgebäude der Hauptschule gefeiert.
Im gleichen Jahr plante die Stadt Köln die Generalsanierung der alten Gebäudeteile in der Bülowstraße für 2007. Ein erneuter Umzug stand also bevor.
September 2008
Aus der Katholischen Grundschule Bülowstraße wird die Maternus – Grundschule.
Die damalige Schulleiterin Helga Klinkhammer hatte schon lange den Wunsch, unserer Schule einen neuen Namen zu geben. Es wurden Vorschläge gesammelt unter Schülern, Eltern und Lehrern. Die Schulkonferenz beschloss schließlich die Umbenennung der Schule in „Maternus-Grundschule“. Maternus war der erste Bischof von Köln.
Am 30.06.2005 beantragte die Schulleitung die Umbenennung und die Bezirksvertretung genehmigt sie am 04.09.2008.
Die Namensgebung wurde mit Schülern, Ehrengästen und Eltern in der Aula festlich gefeiert.
Dezember 2010 – Mai 2013
Generalsanierung der Grundschule – Umzüge
Nachdem der Beginn der Sanierung immer wieder verschoben wurde und im Konrektorinnenbüro bereits das Efeu durch die Fensterrahmen wuchs, zogen wir kurz vor den Weihnachtsferien in unsere kleine „Containerstadt“ im Toni-Steingass Park. Mit Kreativität und Spontanität lösten wir das Heizungsproblem – manchmal wurde einfach bei einem Lehrer zu Hause gebacken, um den eisigen Temperaturen in unserer Schule zu entkommen.
Der angrenzende Park diente als Schulhof und nach den ersten Monaten hatten wir uns an die beengten Verhältnisse gewöhnt.
Der Umzug in das sanierte Gebäude wurde immer wieder verschoben. So war die Freude groß, als kurz nach den Osterferien 2013 endlich der Umzug in die renovierte Schule erfolgte.
Schuljahr 2013/14
Gemeinsames Lernen
Die Schulkonferenz beschloss 2013 vor dem Umzug in das renovierte Schulgebäude, im Schuljahr 2013/14 das Gemeinsame Lernen von behinderten und nichtbehinderten Schülern. Von nun an lernen in der Maternus-Grundschule Schüler mit und ohne Behinderungen sowie Schüler mit Migrationshintergrund gemeinsam, unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Beeinträchtigungen sowie ihrer ethnischen, kulturellen oder sozialen Herkunft.
Im Rahmen dieser Umstrukturierungen veränderte sich an unserer Schule nicht nur die Organisation von Unterricht und Schulleben, auch die Ausrichtung des Kollegiums zur gemeinsamen Umsetzung war neu: viele neue Kollegen – Sozialpädagogen, Heilpädagogen und Schulbegleiter, welche die Teilnahme aller Schüler am Unterricht mit unterstützen. Eine ganz neue Herausforderung!
Im ersten Jahr unserer Neuausrichtung besuchten bereits 11 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf unsere Schule – Tendenz steigend.
2014
Generalsanierung Grund- und Hauptschule Bülowstrasse
Anerkennung
Juryurteil „Kölner Architekturpreis 2014“:
Die von Rudolf und Maria Schwarz geplante und 1964 gebaute Katholische Hauptschule und Maternusgrundschule wurde vom Architekten Reinhard Angelis umfassend saniert und gemäß heutigen Nutzungsforderungen geringfügig umgebaut. Außer der energetischen und bautechnischen Ertüchtigung des Gebäudekomplexes war der Erhalt und Schutz der denkmalwerten Substanz besonders wichtig. Dass das erreicht wurde ist umso erfreulicher, als Rudolf und Maria Schwarz für Köln so extrem bedeutende Architekten waren und sind.
Die sorgfältig eigenwillige Detaillierung, die bedachte Materialwahl und die Farbgebung, die einzelne, individuelle Orte in dieser Schulstadt betont, beeindrucken besonders. Diese feinsinnige Sanierung, die auch sehr profitierte von der Möglichkeit profitierte, Maria Schwarz als Beraterin beizuziehen, ist vorbildlich.
So wurde der Charakter dieser Schulstadt, mit der Balance von niedrigen und hohen Klassenhäusern, die jeweils um Innenhöfe angeordnet sind, dem Zentrum dieser Raumfolge, der Aula und dem eigenständigen Baukörper der Turnhallen vollkommen erhalten.
Architekten: Bestand: Rudolf Schwarz und Maria Schwarz, 1964
Planung/Sanierung: Reinhard Angelis
Bauherr: Gebäudewirtschaft Stadt Köln
Projektfotos: Thomas Riehle
Quelle: https://www.koelnerarchitekturpreis.de
Schulleitung
Schulleiter der Maternus- Grundschule
1964-1968 Heinrich Schiefer
(Leiter der Volksschule)
1968 – 1971 Karl Heinen
(Erster Leiter der Grundschule + 21.07.1971)
1971 – 1977 Margaretha Neumann
(+ 06.01.1977)
Frau Berger
Herr Fritze
Helga Klinkhammer
Stefan Waasem
Susanne Frohberg, seit 2025
